Wie können Unternehmen von KI profitieren: Expertin gibt in Frickenhausen Tipps
19.08.2025 Kai Müller NTZ Veröffentlicht: 17.05.2025
Die KI-Beraterin Ivanka Brockmann hat einen Vortrag beim Bund der Selbständigen in Frickenhausen gehalten. Sie riet dazu, beim Einsatz von KI sich drei Fragen zu stellen.
FRICKENHAUSEN. „Wir haben schon ein wenig getrommelt für die Veranstaltung“, sagt Herwart Stribel, der zusammen mit Frank Wohlhaupter die Doppelspitze des Bundes der Selbständigen (BDS) in Frickenhausen bildet. Und das offenbar mit Erfolg, denn die Mensa der Gemeinschaftsschule in Frickenhausen ist am Donnerstagabend sehr gut gefüllt. Wenn man so will, ist es vielleicht sogar das Thema der Stunde, denn Künstliche Intelligenz (KI) ist gerade dabei, viele Bereiche des Lebens nachhaltig zu verändern. Expertin Ivanka Brockmann befasst sich schon länger mit dem Thema. „Mit KI kann Ihr Geschäftsmodell mehr. Sie können noch heute damit anfangen“, machte die Doktorandin am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) den anwesenden Zuhörerinnen und Zuhörern Mut. Als gelungenes Beispiel nannte Brockmann die Sylter Bäckerei Raffelhüschen. Mit Hilfe von KI weiß das Familienunternehmen nun unter anderem, wann die Kunden kommen.
Brockmann: KI ist Mathematik
Wer ChatGPT und Co. einsetzen will, der soll sich laut der KI-Expertin drei Fragen stellen: warum, wie und was? „Sie müssen sich zuerst fragen, was Sinn und Ziel des Einsatzes ist“, erklärte Brockmann. KI sei Mathematik, und ganz wichtig sei: „Die Qualität der Daten bestimmt, was herauskommt.“ Beim Wie liege der Fokus auf den Themen Effektivität und dem Prozess. Es brauche unbedingt ein Verständnis des eigenen Geschäftsmodells und man sollte auch grundlegend einen Überblick und ein Verständnis für die Technologie haben. „KI bietet neue Möglichkeiten, Geschäftsmodelle nachhaltiger und zukunftssicher zu gestalten“, ergänzte Brockmann. Interessant dabei: Es braucht gar nicht die neue zündende Idee oder ein neues Produkt. „90 Prozent der erfolgreichen Geschäftsmodelle sind kreative Imitate“, sagte Brockmann. Und wer kennt es nicht? Beim Drucker und Rasierer sind nicht die Geräte teuer, sondern die Druckerpatronen und die Klingen. Auch die Nespresso-Kaffeemaschinen funktionieren nach dem Modell günstiges Produkt, teure Verbrauchsmaterialien.
Kundenzuwachs durch KI
Beim Was geht es laut Brockmann darum, die Effizienz zu erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Wichtig sei es, die sogenannten Halluzinationen der KI zu überprüfen – und zwar durch einen Menschen. Interessante Zahl laut Brockmann: „Nur circa 25 Prozent der Nutzer in Deutschland überprüfen die ChatGPT-Ergebnisse.“ Die KI-Expertin gab an dem Abend auch einige praktische Tipps dazu, in welchen Branchen welche KI-Werkzeuge sinnvoll eingesetzt werden können. So sind es zum Beispiel im Einzelhandel oder E-Commerce die Anwendungen Neuroflash, Tidio, Gamma, Mindverse und DeepL Write. Am Beispiel der Happy Möbelwerk GmbH stellte Brockmann dar, wie ein Unternehmen durch KI profitieren kann. Diese Firma gibt es natürlich nicht wirklich, aber beruht auf einem echten Auftrag. Die KI-Beraterin, die sich als Brückenbauerin sieht, zählte einige Vorteile auf. Vielleicht der wichtigste: Demnach stehen Kosten in Höhe von 5000 Euro für die Lizenzen einem Zuwachs von 100 Kunden entgegen. In Summe bedeutet das in diesem Fall ein Umsatzplus von 245.000 Euro.
Förderprogramme und Hilfen
Auf sich allein gestellt sind Unternehmen und Betriebe übrigens nicht, wenn sie KI einsetzen wollen. Es gebe nicht nur umfangreiche Förderprogramme, sondern auch viele Hilfen auf regionaler, aber auch auf Landesebene, sagte Brockmann.
Eine Teilnehmerin, die in der Landschaftspflege tätig ist, sah Grenzen für die Nutzung von KI in ihrem Betrieb. Schließlich sei man oft genug abhängig vom Wetter. Zudem könne die KI die menschlichen Erfahrungswerte nicht ersetzen. Brockmann sah aber auch hier Einsatzmöglichkeiten, beispielsweise in der Kalkulation. Man könne auch „mit kleinen Schritten“ anfangen.
Herwart Stribel hatte die Argumentation von Brockmann überzeugt. „Es hilft, auch wenn man klein ist“, sagte er anschließend im Gespräch. Es sei ein Schlüssel, um effizienter zu werden. Stribel hat einst die ruja GmbH übernommen. Heute ist sein Sohn Lucca Rotter Geschäftsführer der Firma für Spezial-Reinigungs- und Pflegemittel und hat das KI-Thema fest im Blick: „Das wird auf jeden Fall spannend.“ Man sei noch in der Anfangsphase: „Aber wir kommen da nicht drumherum.“ Der Abend hat sicherlich einige Impulse geliefert, nicht nur für ihn, sondern auch für die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Gut, dass Herwart Stribel und seine Mitstreiter so fleißig getrommelt haben.
Rückblick auf den Wirtschaftswarntag 2025
05.02.2025
Ein starkes Signal für die Zukunft unserer Wirtschaft
Am 29. Januar 2025 fand der erste bundesweite Wirtschaftswarntag statt, initiiert von über 50 Wirtschaftsverbänden und Unternehmerinitiativen, darunter der Bund der Selbständigen Baden-Württemberg e.V. (BDS). Ziel dieser Aktion war es, die dringende Notwendigkeit von Reformen und die Stärkung der deutschen Wettbewerbsfähigkeit in den Fokus zu rücken.
Unsere Forderungen:
- Bürokratieabbau: Die Entlastung von Unternehmen durch den Abbau unnötiger bürokratischer Hürden ist unerlässlich, um effizient und flexibel agieren zu können
- Internationale Wettbewerbsfähigkeit sichern: Es bedarf gezielter Maßnahmen, um den Standort Deutschland für Unternehmen attraktiv zu halten und im globalen Wettbewerb bestehen zu können.
Unsere Aktivitäten in Stuttgart:
In Stuttgart versammelten sich über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Marktplatz, um gemeinsam ein Zeichen zu setzen. Wir freuen uns besonders, dass zahlreiche BDS-Mitglieder unserem Aufruf gefolgt sind und ihre Unterstützung gezeigt haben. Unser Präsident, Jan Dietz, hielt ein Statement, in dem er die Bedeutung der genannten Forderungen für die Zukunft unserer Unternehmen und deren Mitarbeitenden hervorhob.
Bundesweite Resonanz:
Der Wirtschaftswarntag fand nicht nur in Stuttgart, sondern deutschlandweit großen Anklang. Laut der Webseite des Aktionsbündnisses nahmen über 1.000 Menschen an mehr als 100 Aktionen teil, unterstützt von über 140 Verbänden und über 200 Unternehmen.
Ausblick:
Der Wirtschaftswarntag war ein wichtiger Schritt, um auf die aktuellen Herausforderungen aufmerksam zu machen. Doch unser Engagement endet hier nicht. Wir werden weiterhin mit Nachdruck für die Umsetzung unserer Forderungen eintreten und die Politik an ihre Verantwortung erinnern, die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche und zukunftsfähige Wirtschaft zu schaffen.
Wir danken allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie Unterstützerinnen und Unterstützern für ihr Engagement und ihre Solidarität. Gemeinsam setzen wir uns für eine starke und wettbewerbsfähige Wirtschaft in Deutschland ein.
Text und Bild vom Landesverband BDS Baden-Württemberg
27.01.2025
Unternehmernetzwerk trifft auf sportliche Inspiration
Next Generation X Basketball: Unter diesem Motto haben sich kürzlich sportbegeisterte BDS-Mitglieder in der EWS Arena in Göppingen getroffen.
Next Generation ist eine Gruppe von jungen (und junggebliebenen) Unternehmern innerhalb des BDS, die sich gerne vernetzen möchten. Zum Auftakt des neuen Jahres stand am 11. Januar ein exklusiver VIP-Besuch des Top-Basketballspiels der Knights Kirchheim gegen die Crailsheimer Merlins an.
Vor dem Spiel berichtete Co-Trainer und Ex-Basketballprofi Brian Wenzel über seine bewegte Lebensgeschichte und darüber was Unternehmer vom Leistungssport lernen können. Der richtige Umgang mit Niederlagen, Teambildung und Selbstdisziplin sind nicht nur im Sport wichtige Skills, die mittelfristig zum Erfolg führen.
Der Hauptakt des Abends war das Lokalderby der Bozic Estriche Knights Kirchheim gegen die HAKRO Merlins aus Crailsheim in der 2. Basketball Bundesliga.
Schön war, dass wir auch Unternehmer aus Rot am See begrüßen konnten, die den selten gefährdeten Sieg der Gäste bejubeln konnten. Der Abend wurde abgerundet vom Besuch des VIP-Raumes, wo sich Sponsoren & Partner der Knights treffen, philosophieren und netzwerken.

Rückblick Landesverbandstag Termin 15./16.11.2024
Am vergangenen Freitag und Samstag fanden die Veranstaltungen rund um den diesjährigen Landesverbandstag des BDS-Baden-Württemberg statt.
Zuerst trafen sich ca. 25 Mitglieder zur Besichtigung dreier Kirchheimer Unternehmen. Start war bei der Firma Eurotramp in Weilheim, bevor es zur Besichtigung der „Braurevolution“ nach Kirchheim ging. Am frühen Nachmittag stand dann noch der Besuch der Fa. Schempp Hirth Flugzeugbau GmbH auf dem Programm.Der Freitagabend stand ganz im Zeichen der Jubiläumsgala des BDS Kirchheim. Vor 25 Jahren gegründet, ist der Ortsverband Kirchheim / Teck heute mit 300 Mitgliedern der stärkste Ortsverband Baden-Württembergs. Bettina Schmauder, Präsidentin des BDS Landesverbandes fand in Ihrer Rede klare Worte zur aktuellen Lage im Mittelstand. Wegbrechende Aufträge zusammen mit dem immer stärker werdenden Würgegriff der Bürokratie erschweren die Arbeit in den Klein – und Mittelständischen Unternehmen derart, dass immer weniger Unternehmen einen Nachfolger finden. Sie forderte deshalb die Anwesenden auf, das Netzwerk des BDS noch stärker für die eigenen politischen Zwecke und Ziele zu nutzen, um gemeinsam vielleicht doch noch die eine oder andere Verbesserung zu erstreiten.
Im Anschluss an die Reden gab es dann bei leckerem Essen ausgiebig Gelegenheit, mit den Gästen die derzeitige Lage zu erörtern. Musik der Liveband „Blue Frame“ und Comedy mit Käthe Kächele“ rundeten das Programm ab.
Am Samstag stand dann ab 14:00 Uhr die ordentliche Mitgliederversammlung des BDS Baden -Württemberg auf dem Programm. In Ihrer Begrüßung berichteten die beiden Präsidenten Bettina Schmauder und Jan Dietz von den besuchten Veranstaltungen und Ihrer Mitarbeit in verschiedenen Gremien. Unter anderem kam die Mitarbeit in der Entlastungsallianz Baden-Württemberg zur Sprache. Neben der DEHOGA ist unser BDS die einzige Organisation aus der Privatwirtschaft, die sich daran beteiligt. Alle anderen Teilnehmer sind sogenannte „Experten“ aus Ämtern und Ministerien. Entsprechend schwierig, nahezu unmöglich sind Änderungen in Gesetzen und Verordnungen. In der Regel viel Wind um nichts!